Nikon ist mein Leben.

Herr Braczko, wir haben gehört, dass Sie Ihrem Sohn den zweiten Vornamen »Nikon« gegeben haben. Wie kam es dazu?

1990 wurde unser erster Sohn geboren. Wir dachten lange darüber nach, wie wir ihn nennen sollten, und entschieden uns dann für »Felix«. Als zweiten Vornahmen wählten wir »Nikon«. Für mich war das eine klare Entscheidung und keine große Überraschung. Warum? Weil Nikon mein Leben ist. Nikon ist in meinem Leben unentbehrlich. Nikon war immer ein Teil von mir. Meine Frau war am Anfang nicht so begeistert von dem Namen, aber jetzt gefällt er sowohl meiner Frau als auch meinem Sohn sehr gut, weil er dadurch immer eine Geschichte zu erzählen hat.

Felix Nikon Braczko erläuterte uns, was sein zweiter Vorname ihm bedeutet.

Felix, wie war es für dich, als dein Vater dir den Namen »Nikon« als zweiten Vornamen gab?

Nun, als Kind erzählt man anderen seinen zweiten Vornamen nicht so gerne; das war bei mir auch so und ich benutzte ihn nicht viel. Später, an der Uni, wurde mir klar, dass der Name immer ein toller Gesprächsaufhänger ist. Auf Partys machte ich es zu meinem Spiel, andere meinen zweiten Vornamen erraten zu lassen. Ich gab Tipps wie »Es ist kein häufiger Name«, »Es ist etwas Technisches«, dann weiter zu »Vielleicht ist es eine Kamera«, usw. Die Leute nannten dann die Namen anderer Firmen oder Anbieter. Am Ende findet aber jeder immer heraus, dass es Nikon ist. Manche sind dann überrascht oder sogar geschockt, aber die meisten finden es witzig. Für mich hat der Name nichts Schlechtes an sich, ich habe Spaß mit meinem zweiten Vornamen.

Ein Foto von Herrn Braczkos Sohn Felix Nikon (7 Jahre alt), das 1997 mit einer Nikon F4 auf Teneriffa (Kanarische Inseln) aufgenommen wurde

Gebraucht oder mit ein paar Kratzern – wen kümmert's?

Herr Braczko, wann sind Sie mit Ihrer ersten Nikon-Kamera in Berührung gekommen, die in Ihrem Leben später so unverzichtbar werden sollte?

Es war 1968, auf der photokina in Köln. Ich war begeistert von der Nikon F, aber ich konnte sie mir nicht leisten. Stattdessen kaufte ich mir eine Nikkormat. Ich liebte diese Kamera. Die Kamera war in jeder Hinsicht zuverlässig und die Resultate – die Bilder – waren sehr zufriedenstellend. Was mich jedoch wirklich faszinierte, war die Qualität der Objektive. Sie waren damals fantastisch und sind es auch heute noch. Aus Nostalgie krame ich manchmal ein paar der alten Objektive heraus und benutze sie, auch heute noch. Um also Ihre Frage zu beantworten: Die Nikkormat war meine erste Nikon-Kamera.

Seit diesem Tag hantiere ich jeden Tag mit Kameras und habe dabei Nikon immer mehr schätzen gelernt. Ich kaufte mir die Nikon M, dann kamen die Nikon F, F2 und F3 und später Digitalkameras. Es gab unzählige Nikon-Kameras, die mich interessierten. Also kaufte ich sie alle gebraucht. Sie mussten für mich nicht neu sein oder neu aussehen. Ob sie gebraucht sind oder ein paar Kratzer hier und da haben, das kümmert mich nicht. Für mich war das Wichtige, dass es Nikon-Kameras waren. Ich mag diese Kameras einfach, weil sie die gesamte Nikon-Familie repräsentieren. Hier sehen Sie meine Nikon-Familie!

Sie haben eine ziemlich beeindruckende Sammlung. Welche Kamera würden Sie herausheben?

Die Nikon F2, die ich 1978 kaufte, als ich anfing, für eine Zeitung zu arbeiten. Ich war vom ersten Moment an begeistert von der Kamera, ihrer mechanischen Qualität, ihrer Zuverlässigkeit und der Möglichkeit, so viele Nikon-Objektive damit zu verwenden. Sie hat einen exzellenten Wechselsucher. Wenn Sie mich fragen, an welche Nikon-Kamera ich mich immer erinnern werde, dann ist sie es.

Als zweite würde ich die Nikon Df nennen. Sie hat alles, was ich mir bei einer Kamera je gewünscht habe. Sie bildete den perfekten Übergang und eine Verbindung zwischen analoger und digitaler Fotografie. Ich kann mit ihr immer noch meine alten Objektive verwenden und sie ist nicht allzu schwer, aber sehr zuverlässig. Natürlich verwende ich die Df als Arbeitsgerät, aber ich benutze sie auch bei privaten Anlässen und im Urlaub. Wann immer ich sie verwende, begeistert sie mich.

Unter den Objektiven mag ich besonders das 80–200 mm 1:2,8. Es ist ein tolles Allround-Objektiv, aber ich finde, es eignet sich besonders für Sport- und Porträtfotografie. Die Schärfe ist exzellent. Das Zoomobjektiv ist für jeden Fotojournalisten ein absolutes Muss. Die Fisheye- und Shift-Objektive sind auch wunderbar. Nikon kümmert sich wirklich auch um kleine Nischen, in der Absicht, nicht nur Kunden, die normale Fotos machen, sondern auch Kunden mit speziellen Anforderungen Lösungen zu bieten. Nikon gebührt viel Anerkennung dafür, dass sie all diese Spezialobjektive auf den Markt gebracht haben.

Was ist für Sie das Besondere an Nikon-Kameras, das Sie bei anderen Kameraherstellern nicht finden?

Nikon bietet meiner Meinung nach komplett durchdachte Produkte an, ganz zu schweigen von ihrer Auswahl an Objektiven. In jeder Hinsicht: vom Menü und der Navigation bis zur Oberflächenstruktur und der Handhabung. Wenn ich eine Nikon in der Hand halte, kann ich sie deshalb intuitiv verwenden, weil ich sofort weiß, wie sie funktioniert.

Meine Arbeit als Fotojournalist hängt nicht nur von der Kamera ab, sondern auch von Zubehör wie Blitzgeräten. Nikon bietet für jede Kamera perfekt passendes Zubehör an. Auch das ist etwas Besonderes an Nikon. Optimales Zubehör für bestimmte Aufnahmesituationen zur Verfügung zu haben, ist sehr wichtig.

Ein Foto von Herrn Braczkos Sohn Felix Nikon (7 Jahre alt), das 1997 mit einer Nikon F4 auf Teneriffa (Kanarische Inseln) aufgenommen wurde

Ich freue mich auf neue Produkte, die Profifotografen und Amateure glücklich machen

Herr Braczko, können wir Sie fragen, warum Sie sich entschieden haben, im Bereich Journalismus zu arbeiten?

Ich habe schon immer fotografiert. Ich hatte das Glück, die Gelegenheit zu bekommen, für die lokale Zeitung zu arbeiten. Ich dokumentierte damals meine Heimatstadt. So begann meine Arbeit als Fotojournalist. Es machte mir sehr viel Spaß. Ich traf viele Leute und konnte mich als echter Fotojournalist bewähren. Wenn ich meinen Beruf nochmal wählen könnte, würde ich ohne Zögern noch einmal Fotojournalist wählen – weil die Arbeit einfach enorm interessant ist.

Können Sie eine amüsante Geschichte aus Ihrer Laufbahn als Fotojournalist schildern?

In den 1980er Jahren hatte ich ein Fotoshooting in einem Wald, um die Aufforstung nach einem schweren Sturm zu dokumentieren. Es war noch ein anderer deutscher Journalist mit einer Kamera eines deutschen Fabrikats da. Während der gesamten Aufnahmen warf er mürrische Blicke auf meine Nikon-Ausrüstung. Etwa eine Stunde nach dem Shooting rief er mich an, um zu fragen, ob ich ihm die Negative leihen könnte, da seine Filme gerissen seien. Ich glaube, er erwog, zu einer Nikon zu wechseln ...

Herr Braczko, welches Ihrer Fotos ist Ihre Lieblingsaufnahme?

Das ist eine schwierige Frage. Ich habe eigentlich keine Lieblingsaufnahme. Ich habe Tausende von Fotos gemacht und im Zeitalter der digitalen Fotografie wurde ihre Zahl sogar noch größer. Natürlich gibt es Fotos, an denen ich besonders hänge. Eines dieser Fotos stammt aus meiner Heimatstadt im Ruhrgebiet. Ich machte das Foto, als ich von einer Fahrradtour mit einem Freund zurückkam, mit einer tollen Industriekulisse im Hintergrund. Ich war überrascht, dass das Foto vor Kurzem den zweiten Platz beim Fotowettbewerb* des Magazins »Stern« gewann, denn das Foto stammt schon von 1987. Natürlich wurde das Foto mit einer Nikon gemacht, denn ich verwende nichts anderes.

Nikon feiert in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen. Welche Erwartungen haben Sie an Nikon und welche Arten von Produkten würden Sie sich wünschen?

Ich bin mit den Kameras bisher zufrieden, aber ich bin sicher, es gibt immer noch Möglichkeiten für Verbesserungen. Kameras könnten z. B. etwas kompakter, leichter und leiser sein. Wie wäre es mit einer viel kleineren D5? Aber ich denke, Nikon ist sich dieser Anforderungen bereits bewusst und wird neue Produkte vorstellen, die uns alle – Profifotografen wie Amateure – weiter glücklich machen werden.

Peter Braczko

Nachricht an Nikon zum 100-jährigen Bestehen des Unternehmens

Ich möchte nur eines sagen: Setzen Sie die tolle Arbeit fort. Und es reicht wohl, wenn man sagt, dass Nikon auf die Worte von Profis hören sollte, immer über Trends auf dem Laufenden sein sollte und weiter versuchen sollte, dies in die Produkte einfließen zu lassen. Es muss nicht schnell passieren. Warum? Weil Nikon-Produkte zuverlässig sein müssen und das Unternehmen weiterhin eine breite Palette an Produkten entwickeln muss. Wenn Nikon diesen Weg fortsetzt, ist es gut gerüstet, die Zuneigung der Kunden für weitere 100 Jahre zu gewinnen.