Erste Schritte als Tierfotograf mit der Nikon Z6III

Ob seltene Tierarten oder ruhige Momente: Cam Whitnall, Wildlife-Fotograf und Juror der Nikon Comedy Wildlife Photography Awards, zeigt, dass jeder professionelle Wildlife-Fotografie lernen kann – mit den richtigen Tools und viel Hingabe
Gibt es ein lohnenderes und vielfältigeres Genre als die Wildlife-Fotografie? Sicherlich leugnet kein:e Fotograf:in, dass es eine gewisse Magie hat, die ungebändigte Schönheit großer oder kleiner Lebewesen einzufangen, wenn man beim Auslösen einen Moment Natur in Reinform festhält. Aber diese Leidenschaft zum Beruf machen? Das erfordert mehr als etwas Interesse an Tieren und eine zuverlässige Kamera. Das Nikon Magazin sprach mit dem professionellen Wildlife-Fotografen, Videografen und Kinderfernsehmoderator Cam Whitnall über seine Liebe zur Natur – und wie er sie nutzte, um eine erfolgreiche Karriere aufzubauen.
Das steckt in der Kameratasche
Papageientaucher mit der neuen Nikon Z6III fotografieren
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„Das Aufwachsen in einem Zoo war großartig und hat meine Sicht auf Wildtiere und Naturschutz stark geprägt“, sagt Cam und beschreibt, wie seine Liebe zu Tieren quasi von Geburt an da war, da seine Familie im Zoo von Hertfordshire (ehemals Paradise Wildlife Park) lebte und arbeitete – und später, im Jahr 2000, im The Big Cat Sanctuary. „Da ich von klein auf von so vielen verschiedenen Tierarten umgeben war, habe ich eine tiefe emotionale Bindung zu Tieren entwickelt.“


2019 startete Cam zusammen mit seinen Brüdern Aaron und Tyler Drive4Wildlife, eine Naturschutzmission in ganz Ostafrika. Das Projekt erregte die Aufmerksamkeit der Fernsehbranche und führte zur Produktion der Serie One Zoo Three im Kinderfernsehen, die mittlerweile in die fünfte Staffel geht. Eines der Projekte, auf das er derzeit aufmerksam macht, ist die Kampagne des Big Cat Sanctuary Big Cats in Crisis (Großkatzen in der Krise). Fünf afrikanische Löwen wurden aus Zoos in der vom Krieg zerrütteten Ukraine gerettet und nach Großbritannien gebracht, wo sie einen sicheren Zufluchtsort finden.
Ursprünglich in den Bereichen Video und Schnitt ausgebildet, begann Cam während der Corona-Pandemie seine Reise in die Wildlife-Fotografie. Als die Dreharbeiten für die Sendung unterbrochen worden waren (so wie alles andere auch), beschloss er, Tiere zu fotografieren. „Da ich wusste, dass unsere TV-Sendung bald ausgestrahlt werden würde, wollte ich mein Profil auf Social Media verbessern. Zu dieser Zeit war TikTok die angesagteste App. Also dachte ich mir: ‚Warum nicht etwas posten und schauen, ob es den Leuten gefällt?‘ In meinem ersten Video habe ich mich im Zoo beim Fotografieren von Tieren im Schnee gefilmt. Es erreichte über Nacht etwa 75.000 Aufrufe. Daraufhin beschloss ich, mehr von meinen Abenteuern beim Fotografieren von Tieren im Zoo zu posten. Ich habe in etwa zwei Wochen 180.000 Follower:innen gewonnen und meine Arbeit wurde von tollen Leuten und Organisationen gesehen.
Ungefähr ein Jahr später hatte ich etwa eine halbe Million Follower:innen und wollte eine neue Kamera, um noch schönere Bilder zu liefern. Ich hatte die Nikon-Kamera eines Reiseleiters auf einer Safari in Indien ausprobiert und wollte unbedingt auch so eine haben. Ich habe gefragt: ‚Welche Kamera würdet ihr bei diesem Budget empfehlen?‘ Sie haben mich an das Nikon-Team weitergeleitet. Ich nahm an einem Zoom-Call teil und sie boten mir die Möglichkeit, ein Nikon-Creator zu werden. Das war wahrscheinlich einer der stolzesten Momente meines Lebens.“


Das Schöne an der Wildlife-Fotografie besteht darin, dass es ein Genre ist, das jeder ausprobieren kann. Cams Fall ist natürlich etwas außergewöhnlich, da er nahezu inmitten der dynamischen, vielfältigen Tierwelt lebt. Doch Motive wie eine freche Möwe, ein scheues Eichhörnchen oder eine fleißige Hummel lassen sich überall finden. Für Enthusiast:innen, die eine Profikarriere anstreben, rät Cam, die folgenden Schritte zu befolgen.


1. Beherrscht euer Handwerk
„Ich stelle alles manuell ein. Dafür muss man die Einstellungen seiner Kamera beherrschen“, sagt Cam, der eine Nikon Z 9, eine Zf, und jetzt eine Z6III besitzt. Normalerweise setzt er sie mit einem NIKKOR Z 135mm f/1.8 S Plena, einem NIKKOR Z 100-400mm f/4.5-5.6 VR S oder einem NIKKOR Z 40mm f/2 ein. Außerdem nutzt er ein AF-S NIKKOR 24-70mm f/2.8E ED VR und ein AF-S NIKKOR 70-200mm f/2.8E FL ED VR mit dem Bajonettadapter FTZ II.
„Für die Wildlife-Fotografie ist es entscheidend zu wissen, wie man Belichtungszeit, Blende und ISO-Empfindlichkeit steuert. Sehr lebhafte Tiere erfordern eine kurze Belichtungszeit, wenn ich scharfe Bilder will. Die Abstimmung von Blende und ISO-Empfindlichkeit hilft dabei, das Licht zu kontrollieren.“
Cam arbeitet bevorzugt mit natürlichem Licht: meist morgens, am späten Nachmittag oder am frühen Abend. Für ihn kommt es beim Fotografieren darauf an, die Einstellungen schnell an unterschiedliche Situationen und Umgebungen anpassen zu können. „Ich mag es, wenn meine Bilder scharf sind. Daher stelle ich die Belichtungszeit in der Regel auf etwa 1/1000 und die ISO-Empfindlichkeit so niedrig wie möglich ein – je nach Licht. Wenn ich mich nur auf das Tier konzentriere, ist meine Blende normalerweise bei f/3.5 bis f/4“, erklärt er.
Zuletzt war die Nikon Z6III Cams Lieblingskamera. „Sie ist eine fantastische Kamera für angehende Wildlife-Fotograf:innen, die beeindruckende Bilder und Videos aufnehmen möchten“, erklärt er. „Wenn ihr diese Funktionen beherrscht und sie im Rahmen eurer Arbeit einsetzt, könnt ihr eure Skills verbessern, ein herausragendes Portfolio aufbauen und eure Karriere als Wildlife-Fotograf:in vorantreiben. Ich liebe sie! Features wie der erstklassige Autofokus, vielseitige Videooptionen, die robuste Bauweise und die gelungene Balance aus Geschwindigkeit, Bildqualität und Bedienkomfort helfen euch, professionelles Niveau zu erreichen.“ Der Klappbildschirm der Nikon Z6III passt hervorragend zu Cams vertikalem Stil. Die leichte Bauweise und die intuitive Bedienung sorgen für ein angenehmes Erlebnis. Wie sieht es mit dem verbesserten Autofokus und Bildstabilisator aus? „Das fühlt sich wie Schummeln an! Der Autofokus für Tiere ist wirklich eine bahnbrechende Neuerung. Die genaue Fokussierung auf die Augen eines Tieres ist für ansprechende Bilder in professioneller Qualität entscheidend. Am wichtigsten ist die Zuverlässigkeit!“
2. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
„Wenn ihr Vorbereitung, Wissen und Geduld miteinander kombiniert, seid ihr öfter zur richtigen Zeit am richtigen Ort – so gelingt es euch eher, den perfekten Moment einzufangen“, rät Cam. „Lernt alles über euer Motiv“, fügt er hinzu. „Bringt alles über das Verhalten des Tiers in Erfahrung: seine Bewegungen, seine Gewohnheiten und die Umgebung, in der es lebt. Dann sind Geduld und Ausdauer gefragt. Rechnet jeden Moment mit einem Ereignis. Bleibt unauffällig, seid flexibel, passt euch an und bleibt unsichtbar. Der Serienbildmodus ist auch eine große Hilfe. Die Bildrate der Nikon Z6III bei Aufnahmeserien mit etwa 14 Bildern pro Sekunde ist sehr beeindruckend, und der „Pre Release Capture“-Modus ist super gut! So wird das Risiko verringert, Chancen zu verpassen, die nur einen Sekundenbruchteil dauern, da die Kamera bereits mehrere Bilder vor dem entscheidenden Moment erfasst hat. Das ist wirklich Gold wert! Beim Fotografieren von Wildtieren kommt es auf das richtige Timing an. Denkt außerdem daran, dass nicht jeder Ausflug erfolgreich sein kann. Also gebt nicht auf!


3. Findet euren Stil, entwickelt eure Marke, baut ein Unternehmen auf
Verwendet Nachbearbeitungssoftware zur Verbesserung eurer Bilder. Das hilft euch, euren Stil zu finden und ist auf dem Weg zum Profi unerlässlich. „Verwendet RAW für maximale Flexibilität bei der Bearbeitung und lernt, Software wie Adobe Lightroom oder Photoshop einzusetzen. Achtet darauf, dass ihr ein natürliches Aussehen beibehaltet, während ihr die Belichtung korrigiert, Farben verbessert und Details schärft“, rät er. „Findet einen Stil, der funktioniert, und perfektioniert ihn! Euer Stil ist das, was eure Fotos einzigartig macht. Es geht darum, wie ihr eure Geschichte erzählt. Authentizität spricht die Menschen an. Sie lässt euch als Künstler:innen und Profis wachsen.“ Cams Bilder müssen eine Emotion oder eine Reaktion hervorrufen, bevor er sie für die Bearbeitung auswählt: „Das kann ein eindrucksvoller Moment der Interaktion sein, eine dramatische Verfolgungsjagd oder auch ein friedliches Porträt von der Schönheit eines Tieres in seinem natürlichen Lebensraum. Wenn das Bild eine Geschichte oder ein Gefühl vermittelt, findet es eher Anklang.“


Sobald ihr eine Reihe professionell aussehender Bilder gesammelt habt, erstellt ein Portfolio, um euch als Marke zu positionieren und eine Fangemeinde aufzubauen – sei es auf Social Media oder auf einer Website. Später, wenn es darum geht, damit ein Einkommen zu verdienen, ist Netzwerken die beste Möglichkeit, um in den Beruf einzusteigen. „Besucht Workshops, Konferenzen oder Veranstaltungen rund um die Natur, um andere Fotograf:innen, Naturschützer:innen und potenzielle Mentor:innen kennenzulernen“, sagt er. „Der Aufbau von Beziehungen kann Türen öffnen zu neuen Möglichkeiten, Kooperationen und zum Lernen. Außerdem lernt man einfach richtig coole und gleichgesinnte Leute kennen.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie ihr eure Arbeit monetarisieren könnt. Reicht Fotos bei Wettbewerben für Wildlife-Fotografie ein, lizenziert Bilder für Zeitschriften oder Websites oder verkauft Abzüge. Wenn ihr genug Erfahrung gesammelt habt, könnt ihr auch Touren oder Workshops zum Thema Wildlife-Fotografie anbieten. Die Diversifizierung der Einkommensquellen wird dazu beitragen, eure Karriere zu sichern. Dann gibt es noch Social Media, wo ihr mit der Monetarisierung von Videos, Marken-Deals und so weiter Geld verdienen könnt. Am Anfang war meine größte Herausforderung, dass ich ständig über alles ins Grübeln geriet – ich hatte Angst, meine Arbeit zu veröffentlichen und von anderen beurteilt zu werden. Aber Social Media kann das Leben wirklich verändern, wenn ihr es richtig nutzt. Glaubt mir!“
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