Die magische Welt der Haushaltsgegenstände mit dem NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7

8 Minuten Lesezeit09 März 2026Innenaufnahmen
Nikon magazine - the NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7

Wir haben Nikons neues superschnelles Standard-Mikroobjektiv, das NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7, an die Stilllebenfotografin Sara Tasker geschickt. Ihre Aufgabe: das Gewöhnliche zu Außergewöhnlichem machen.

An der Nahfotografie liebe ich am meisten, dass man dabei entschleunigt. Gewöhnliche Gegenstände – ein Ring auf dem Tisch, eine handgeschriebene Seite, eine Feder – werden bei näherer Betrachtung auf ruhige Art außergewöhnlich. Für dieses Projekt habe ich ausschließlich in Innenräumen bei begrenztem Winterlicht fotografiert und dabei Alltagsgegenstände verwendet, um zu untersuchen, wie vertraute Szenen mich durch die Linse der Makrofotografie mehr berühren.

Verwendet man die Nikon Z50II in Kombination mit dem NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7, wird schnell deutlich, dass bei diesem Objektiv gleichermaßen entscheidend ist, wie man schaut und wie nah man an das Motiv herankommt. Wenn ihr es zum ersten Mal in die Hände bekommt, werdet ihr alles aus nächster Nähe fotografieren wollen – und das macht wirklich viel Spaß. Es enthüllt verborgene Alltagswelten voller Texturen und Details.

Nikon magazine - the NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7

Z50II + NIKKOR Z DX 35mm f/1.7. Links: f/7.1, 1/15 s, ISO 500, © Sara Tasker

Der Nachteil ist: Wenn man immer so nah wie möglich dran ist, geht die Geschichte einer Szene leicht verloren. Irgendwann bei meiner 90. Nahaufnahme einer Käsereibe wurde mir klar, was gerade fehlte: Meine Lieblingsbilder zeigen nicht bloß Gegenstände, sondern vor allem besondere Momente.

Für das Nikon-Magazin habe ich mich also daran gemacht, die ganze „Makro-Magie“ der versteckten Details zu bewahren – aber gleichzeitig genügend visuellen Kontext einzuflechten, um auch eine kleine Geschichte zu erzählen. In der Fotografie lerne ich immer wieder neu, dass mein Lieblingsbild meist das letzte ist, das ich mache – denn dann trete ich einen Schritt zurück, denke, ich bin fertig, und betrachte die Szene mit etwas mehr Abstand. Genau darin liegt der Reiz des Brennweitenbereichs des NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7: Man kann mühelos mit dem gleichen Objektiv zwischen feinen Details und einem umfassenderen Kontext wechseln.

Das steckt in der Kameratasche

  • Nikon Z50II
  • NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7
  • Ein leichtes Stativ (oder eine andere stabile Stütze)
  • Weiße und dunkle Pappe zur Lichtgestaltung
  • Ein Blasebalg (der beste Freund des Makros)
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In den kleinen, verspielten Objekten um uns herum steckt oft eine ganze Geschichte, © Sara Tasker

Erste Eindrücke

Ich hatte das Glück, letzten Sommer mit einem Prototyp dieses Objektivs spielen zu dürfen. Ich bin begeistert, es nun wieder in meinen Händen zu halten! Ein lichtstarkes 50-mm-Objektiv ist seit Langem mein Favorit – daher erschien mir die Kombination aus einer ähnlich großen Blende und Nahaufnahmemöglichkeiten als perfekt für den Alltag. Mit 220 g ist es außerdem leicht genug, um in einer Tasche mitgenommen zu werden. Das ist mir sehr wichtig: Wenn ich ein Objektiv leicht transportieren kann, benutze ich es häufiger.

Ich hatte seit Jahren kein Makroobjektiv mehr benutzt. Daher hat es mir viel Spaß gemacht, die Nahfotografie wiederzuentdecken. Die Makroleistung dieses Objektivs ist beeindruckend: scharf und intuitiv, es erfasst feine Details mit bemerkenswerter Leichtigkeit. Bei kleineren Brennweiten habe ich oft auf manuelle Fokussierung umgestellt, einfach weil es mir so viel Freude macht, die Fokusebene präzise zu gestalten. Bei Makroaufnahmen können diese winzigen Anpassungen riesige Auswirkungen haben.

Ich liebe auch das Bokeh, das dieses Objektiv zaubert. Der Hintergrund verschmilzt zu etwas Weichem und Verträumtem – wunderbar für Stillleben, kleine Details oder Momente, in denen der Hintergrund unordentlich oder ablenkend wirken könnte.

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Z50II + NIKKOR Z DX 35mm f/1.7, f/2.2, 1/500 s, ISO 500, © Sara Tasker

Distanz ist wichtig

Zunächst nahm ich an, dass ich die meisten Motive aus nächster Nähe fotografieren würde, um möglichst dramatische Unschärfeeffekte zu erzielen. In der Praxis war dieser Ansatz nicht immer förderlich. Wenn man sehr nah herangeht, wird die Tiefenschärfe unglaublich gering – die Motive verlieren leicht an Wirkung, wie bei manchen Fotos in Zeitschriften.

Besser funktionierte es mit Distanz als kreativem Werkzeug. Indem ich ein Stück zurückging, blieb das Gefühl für Größe und Wiedererkennbarkeit im Bild erhalten – ein Ring sah noch wie ein Ring aus, eine Kaffeebohne wie eine Kaffeebohne. Gleichzeitig zeigte das Objektiv weiterhin Strukturen und Details, die dem bloßen Auge normalerweise entgehen. Anstatt jedes Bild in dieselben Parameter zu zwängen, lud mich das Objektiv dazu ein, flexibel zu sein und auszuprobieren.

f/7,1, 1/6 s, ISO 400 (links) f/5.6, 1/50 s, ISO 100 (rechts), © Sara Tasker

Aufnahmen bei schwachem Licht: Winterfenster-Edition

Graues Winterlicht kann eine Herausforderung sein. Es ist aber auch weich und kontrolliert und damit unglaublich vorteilhaft für Nahaufnahmen. Bei Stillleben (Tischdekoration, Papier, Keramik) war dank der Kombination aus einer hohen Lichtstärke und stabilem Setup auch bei schlechten Lichtverhältnissen alles gut zu bewältigen. Es gab Momente, in denen ich ein Motiv näher ans Fenster brachte oder den Raum wechselte, um den ISO-Wert nicht höher als gewünscht einstellen zu müssen. Aber insgesamt kam das Objektiv mit den schwachen Lichtverhältnissen im Innenbereich hervorragend zurecht.

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Z50II + NIKKOR Z DX 35mm f/1.7. Links: f/6.3, 0,5 s, ISO 160. Links: f/3.5, 1/400 s, ISO 800, © Sara Tasker
Die besten Tipps für Makroaufnahmen im Innenraum

Wechselt bei Nahaufnahmen zur manuellen Fokussierung und verwendet dabei den Fokussierring.

Bei Makroabständen versucht der Autofokus gern, immer wieder neu scharfzustellen. Bei der manuellen Fokussierung könnt ihr durch winzige Anpassungen die Schärfe genau dort platzieren, wo ihr sie haben möchtet – was besonders zufriedenstellend bei Schmuck, Papierfasern, Salzkristallen und Stoffen ist.

Verwendet ein Stativ und einen Timer

In Innenräumen ist Stabilität die schnellste Verbesserung. Mit einem Stativ und dem integrierten Selbstauslöser habt ihr die Hände frei – oder nehmt sie sogar mit aufs Bild. Wichtig auch: Haltet die ISO-Empfindlichkeit auch bei winterlichem Licht niedrig und verhindert Bewegungsunschärfe durch kleinste Körperbewegungen. Wenn ich mein Stativ nicht zur Hand habe oder aus einem ungünstigen Winkel arbeite, staple ich Bücher und verwende ein gefaltetes Geschirrtuch, um die Neigung fein einzustellen.

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Das NIKKOR Z DX 35mm f/1.7 wiegt 220 g, © Sara Tasker

Wählt nicht immer die kürzeste Entfernung

Die beeindruckendsten Makroaufnahmen entstehen nicht immer aus nächster Nähe. Wenn ihr ein wenig zurücktretet, erhaltet ihr einen klareren Hintergrund, besser erkennbare Formen und einen bewussteren Bildausschnitt – ohne dabei die Magie der Nahaufnahme zu verlieren.

Berücksichtigt bei der Wahl des Bildausschnitts den Maßstab

Schließt einen vertrauten Gegenstand als Größenreferenz mit ein – eine Federspitze, den Rand eines Löffels, einen Seitenrand –, um einen Kontext für die tatsächliche Größe eures Motivs zu schaffen. Eine Nadel bei einer Stickerei oder ein winziges Spielzeug in meiner Handfläche gibt sofort ein Gefühl für Größenverhältnisse.

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Z50II + NIKKOR Z DX 35mm f/1.7. Links unten: f/9, 1,6 s, ISO 400 Rechts oben: f/4, 1/160 s, ISO 100, © Sara Tasker

Gestaltet Fensterlicht einfach mit Pappe

Weiße Pappe hebt Schatten hervor, dunkle sorgt für Kontrast und Atmosphäre. Das ist die einfachste Methode, um Nahaufnahmen in einer normalen Küche „redaktionell“ wirken zu lassen. Ihr habt keine schwarze Pappe? Alles Dunkle eignet sich – ein Kissen, ein Backblech, ein dunkler Pullover. Wenn ihr normalerweise nicht auf diese Weise mit Licht spielt, ist Makrofotografie die perfekte Gelegenheit, es auszuprobieren. Kleine Anpassungen haben große Auswirkungen, wenn man so nah arbeitet.

Verwendet das rückwärtige Display, um bei ungünstigen Winkeln den Bildausschnitt zu wählen.

Das Display der Nikon Z50II (insbesondere in Kombination mit einem Fünf-Sekunden-Timer) erleichtert die Wahl des Bildausschnitts erheblich. Vor allem bei niedrigen, hohen oder nah am Tisch liegenden Motiven, ohne die Kamera im Moment des Auslösens zu verwackeln. So pustet ihr auch nicht versehentlich das Motiv mit dem Atem weg – ein Problem, das ich mit Federn und einem getrockneten Schmetterling hatte!

Staub ist der Feind der Makrofotografie

Selbst wenn etwas mit bloßem Auge sauber aussieht, findet die Makrofotografie irgendwie ein Staubkorn. Ein kurzer Luftstoß mit einem Blasebalg über eure fertige Szene erledigt das. Staub lässt sich in der Nachbearbeitung zwar leicht entfernen – aber es ist viel schöner, wenn alles schon von der Kamera richtig erfasst wird.

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Betrachtet den Hintergrund als Teil des Motivs

Makro verstärkt Ablenkungen. Ein einfaches Stück Papier oder ein schlichter Stoffhintergrund können ein Bild verwandeln und lenken die Aufmerksamkeit auf die Details, die ihr hervorheben möchtet.

Abschließende Gedanken

Das NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 ist genau die Art von Objektiv, die ich liebe: vielseitig, leicht und auf leise Art inspirierend. Es hat mich dazu motiviert, bewusster vorzugehen und Probleme direkt vor der Kamera zu lösen: Fokus, Licht und Bildausschnitt, ohne mich auf spätere Korrekturen zu verlassen. Noch überraschender war, dass ich dadurch mein Zuhause mit anderen Augen sah und innehielt, um die kleinen Details um mich herum zu würdigen. Der wahre Test für jedes Objektiv: Bringt es euch dazu, die Kamera in die Hand zu nehmen und schöpferisch tätig zu werden? Für mich ein klares Ja.

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