So geht’s: Videos mit dem NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II

Norris Niman7 Minuten Lesezeit01 Apr. 2026Kurzfilm
Nikon magazine - Norris Niman using the NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II for video

Ihr liebt das Fotografieren, seid aber neugierig auf das Thema Video? Norris Niman gibt Einblicke, wie ihr euch daran herantastet – und warum das NIKKOR Z 24–70mm f/2.8 S II der ideale Begleiter dafür ist.

„Filmen kann beängstigend sein, und es gibt eine Fülle von Informationen – manche nützlich, manche weniger –, aber die Dinge einfach zu halten, hilft am besten“, sagt der professionelle Abenteurer Norris Niman, ein preisgekrönter Fotograf und Filmschaffender, der seit 2011 beruflich die Welt bereist und dokumentiert. „Für mich macht die Vielseitigkeit des NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II es zum hervorragenden Einstiegsobjektiv fürs Filmen. Man kann damit so viel umsetzen – ohne sich zu viele Gedanken über die Ausrüstung machen zu müssen.“

Norris ist dafür bekannt, in extremen Landschaften und sich schnell verändernden Umgebungen zu arbeiten. Deshalb war er auch die perfekte Wahl, um das neue NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II im winterlichen Island zu testen – unter anderem bei Dreharbeiten zu einer von Schnee bedeckten Sequenz auf dem Berg Strákar in Siglufjörður. Hier gibt er Fotograf:innen, die den Sprung in die Welt der Bewegtbilder wagen möchten, praktische Tipps zur Ausrüstung. Er erklärt auch, warum das neue Zoomobjektiv der ideale Einstieg ist.

Nikon magazine - NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II
Nikon magazine - Norris Niman using the NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II for video
Für Outdoor- und Abenteuerfotograf:innen wie Norris Niman spielt das Gewicht der Ausrüstung eine entscheidende Rolle. Deshalb ist das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II mit seinen 675 g die perfekte Wahl.
Schritt 1: Packen und vorbereiten

„Beim Bergsteigen zählt jedes Gramm. Daher macht es einen großen Unterschied, dass das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II leichter als das Vorgängermodell ist“, erzählt Norris. „Es ist unglaublich scharf, seine durchgehende Lichtstärke von f/2.8 eignet sich hervorragend für schwache Lichtverhältnisse und sorgt für eine Unschärfe im Vordergrund sowie ein schönes Bokeh im Hintergrund – ideal, um das Motiv hervorzuheben. Außerdem ist der große Brennweitenbereich perfekt fürs Filmen. Ihr könnt Personen mit einer Brennweite von 50 bis 70 mm, Landschaften, Innenräume und Details mit 24 mm aufnehmen. Tatsächlich war der Nahfokus eine der größten Überraschungen für mich. Außerdem könnt ihr bei Aufnahmen in 6K oder 8K den Bildausschnitt verkleinern, ohne dass die Qualität darunter leidet. Ich packe zudem meine Z6III, einen variablen ND-Filter und meist ein direkt an der Kamera befestigtes Richtrohrmikrofon für den Ton ein. Falls ich viele Aufnahmen aus niedrigen Blickwinkeln mache, kommt zudem ein Cage für die Kamera mit, um die Perspektive aufzupeppen, sowie manchmal auch ein Stativ oder ein Gimbal.

Bevor ihr loszieht, solltet ihr immer ein Ziel vor Augen haben und einen Plan ausarbeiten. Beginnt mit einem einfachen Storyboard und einer Szenenliste. Die Aufnahmebedingungen und -pläne werden sich ändern, aber wenn ihr einen Rahmen habt, wisst ihr, wie ihr Kurs haltet. Ohne jeglichen Plan loszugehen ist so, als würde man Zutaten an die Wand werfen und hoffen, dass daraus ein tolles Gericht wird.“

Z6III + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II. Links: 70 mm, 1/125 s, f/2.8, ISO 200. Mitte: 26 mm, 1/200 s, f/2.8, ISO 250. Rechts: 24 mm, 1/400 s, f/2.8, ISO 160 © Norris Niman

Schritt 2: Die Planung

„Behandelt Videos zunächst genauso wie Fotos“, rät Norris. „Aber anstatt einen Moment einzufrieren, wollt ihr ihn ein paar Sekunden lang in euch aufnehmen. Wenn ihr euer vorhandenes Wissen über Bildausschnitt und Belichtung anwendet, könnt ihr sehr schnell dafür sorgen, dass alles gut aussieht. Ruhige, statische, längere Clips sind tatsächlich eine der einfachsten und effektivsten Möglichkeiten, um mit dem Thema Video zu starten. Stellt die Kamera also einfach auf ein Stativ oder haltet sie so ruhig wie möglich und nehmt fünf Sekunden lang auf.

Wenn ihr bereit seid, den nächsten Schritt zu wagen, gibt es noch ein paar weitere Dinge zu beachten. Filmt zunächst im N-Log-Modus. Das wird euer Leben verändern. Das ist so, als würde man vom Fotografieren im JPEG-Format zum RAW-Format wechseln – nur eben in der Welt des Films. Man hat viel mehr kreative Gestaltungsmöglichkeiten und Spielraum. Als Nächstes solltet ihr über die Bildrate nachdenken. Ich verwende fast immer 24 Bilder pro Sekunde, was eine schöne, natürliche Bewegungsunschärfe ergibt, oder 50 bis 60 Bilder pro Sekunde, wenn ich Zeitlupe oder flüssigeres Filmmaterial mit weniger Verwacklungen möchte. Ich persönlich finde Zeitlupen mit 120 Bildern pro Sekunde viel zu langsam und etwas langweilig, wenn man es übertreibt – was leicht passieren kann.“

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Norris hält sich an die Regel, bei der Wahl der Verschlusszeit stets die Bildrate zu verdoppeln © Norris Niman

„Den Weißabgleich versuche ich immer richtig einzustellen, bevor ich auf ‚Aufnahme‘ drücke. Selbst bei Aufnahmen im N-Log-Modus ist der Weißabgleich fest im Video verankert und nicht so flexibel wie bei RAW-Fotos – daher sollte man sich lieber nicht darauf verlassen, später nachbessern zu können. Eines der größten Probleme beim Filmen ist, dass sich der Weißabgleich während der Aufnahme ändern kann. Um das zu vermeiden, stelle ich den Weißabgleich manuell ein, anstatt ihn auf ,Auto‘ zu lassen.

Die Faustregel für die Verschlusszeit lautet, die Bildrate immer zu verdoppeln, es sei denn, sie muss in Extremfällen erhöht werden, um die richtige Belichtung zu erzielen – oder wenn ich den ND-Filter vergessen habe. Keine Panik, wenn es beim ersten Mal nicht gleich klappt: Bei der Bearbeitung lässt sich tatsächlich Einiges ausbügeln.“

Schritt 3: Auswählen des Bildausschnitts und Focus Breathing

„Ich denke gerne in Weitwinkel- und Nahaufnahmen: Ich filme zunächst mit 24 mm, um die Szene einzufangen, und zoome dann ein oder gehe näher heran, um einen engeren Bildausschnitt zu erhalten“, sagt Norris. „Beides passt wirklich gut zusammen, und so entsteht schon eine Sequenz. Bei einer Brennweite von 24 mm wirkt das Filmmaterial sehr natürlich, was durchaus von Vorteil sein kann. Zoomt man jedoch auf 50 bis 70 mm ein, kommt dieser kinoreife Look stärker zur Geltung.

Wenn in einer Szene viel Bewegung herrscht oder viel los ist, empfiehlt es sich, den Autofokus auf einen schmalen horizontalen oder vertikalen Streifen zu beschränken. Das könnt ihr mithilfe der Funktion „(Benutzerdefinierter) Weitwinkelfokus“ einstellen, damit der Fokus nicht hin und her springt. Bei diesem Objektiv ist besonders hervorzuheben, wie gut es das Focus Breathing eliminiert – wodurch die Videos deutlich hochwertiger wirken. Focus Breathing ist dieser leichte Zoomeffekt, den man oft bei älteren oder günstigeren Objektiven und Kameras bemerkt, wenn sie versuchen, neu zu fokussieren – wenn man das einmal gesehen hat, kann man es nicht mehr übersehen.

Wenn ich ein Stativ verwende, stelle ich oft auf manuelle Fokussierung um – besonders bei Szenen mit Bewegung, denn so behält man die Kontrolle und lässt die Szene klar und bewusst wirken. Ihr könnt auch kontrollierte Bewegungen einbauen, wie zum Beispiel einen langsamen Zoom oder ein sanftes Schwenken. Um ehrlich zu sein, nehme ich wegen des Gewichts aber selten ein Stativ mit. Stattdessen balanciere ich meine Kamera oft auf Schnee, Felsen oder irgendeiner anderen Oberfläche, die ich gerade vorfinde. Allerdings fühlt sich das Filmen aus der Hand mit diesem Objektiv gut ausbalanciert und flüssig an – wobei der interne Zoom den entscheidenden Unterschied macht, da der Tubus nicht ausfährt und somit das Gleichgewicht nicht beeinträchtigt. Denkt daran, dass nicht alles perfekt flüssig sein muss. Wackelige Handkameraaufnahmen sind großartig, wenn sie im richtigen Kontext eingesetzt werden.“

Z6III + NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S II. Links: 24 mm, 1/25 s, f/2.8, ISO 1000. Mitte: 44 mm, 1/125 s, f/2.8, ISO 400. Rechts: 24 mm, 1/320 s, f/3.5, ISO 200 © Norris Niman

Schritt 4: Bewährte Techniken

„Ich beginne gerne mit ruhigen, statischen Szenen und füge Bewegung erst dann hinzu, wenn sie etwas Besonderes beiträgt“, erklärt Norris. „Das kann bedeuten, einer klaren Linie zu folgen, einer Person oder einem Auto nachzufahren oder auf natürliche Bewegungen in der Landschaft zu reagieren. Selbst eine statische Einstellung kann durch ein langsames Schwenken oder einen sanften Zoom dynamisch wirken.

Man kann Spannung erzeugen, indem man mit der Bildrate spielt. So eignet sich beispielsweise eine höhere Bildrate von etwa 50 oder 60 Bildern pro Sekunde hervorragend für Zeitlupenaufnahmen oder um Bewegungen beim Gehen oder Schwenken flüssiger wirken zu lassen. Außerdem hilft sie, Verwacklungen zu reduzieren und verleiht dem Filmmaterial einen kontrollierteren Eindruck. Das Filmen mit Standardbildraten von etwa 24, 25 oder 30 Bildern pro Sekunde eignet sich perfekt für natürliche Bewegungen zu Fuß und kann, wenn es die Situation erfordert, für mehr Dynamik und Realismus sorgen.

Wenn ihr beim Schnitt Sequenzen zusammenstellt, dann kombiniert statische Szenen mit solchen, in denen ein wenig Bewegung herrscht – und scheut euch nicht, mit dem Timing, der Reihenfolge der Szenen und kleinen Handlungswendungen zu experimentieren. Ein Video ist eigentlich nie wirklich fertig, aber irgendwann muss man es einfach exportieren.“

Seid ihr bereit, zu lernen, wie man mit B-Roll filmt? Lest das als Nächstes.

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