So gelingen euch großartige Aufnahmen vom Mond

Mit den richtigen Einstellungen und ein wenig Übung könnt ihr beeindruckende Bilder unseres Satelliten machen.
Man geht nachts nach draußen und sieht einen wunderschönen Vollmond voller Details am Himmel. Man macht schnell ein Foto mit dem Handy, um es Freunden zu zeigen, und es sieht … nun ja, furchtbar aus. Alles, was man sieht, ist eine sehr helle, kleine Scheibe aus verschwommenem Licht. Doch was ist mit all den atemberaubenden Fotos, die man schon einmal gesehen hat – mit einem riesigen Mond über einer Stadtlandschaft oder einem leuchtenden Halbmond, der über den Kamm einer Bergkette späht? Wie werden solche Aufnahmen gemacht? Hier findet ihr Antworten, die euch dabei helfen, fantastische Mondaufnahmen zu machen – sei es als Einzelmotiv oder als Teil einer Bildkomposition.
Mondbegeisterte können das „Mond“-Motivprogramm der Coolpix P1100 nutzen.
Die Ausrüstung
Jede spiegellose Kamera von Nikon lässt sich mit dem passenden Objektiv so einstellen, dass sie großartige Aufnahmen vom Mond liefert. Wir verwenden ein Teleobjektiv. Bei einer DX-Kamera mit Crop-Sensor könnt ihr euch über die zusätzliche Reichweite freuen. Um den Mond zu vergrößern und gleichzeitig den typischen Effekt der Brennweitenkompression zwischen dem Objekt im Hintergrund (also dem Mond) und dem Vordergrund (z. B. Bergen oder Gebäuden) zu erzielen, empfiehlt sich ein Objektiv mit einer Brennweite von mindestens 300 mm für eine FX-Kamera und 200 mm für eine DX-Kamera. Bei einer FX-Kamera könnt ihr außerdem den DX-Modus aktivieren, um die zusätzliche Reichweite im elektronischen Sucher oder auf dem Monitor zu nutzen. Je länger die Brennweite ist, desto mehr wird der Mond vergrößert und desto stärker ist der Komprimierungseffekt. Damit alles ruhig bleibt, benötigt ihr entweder ein Stativ oder eine stabile Unterlage, sowie eine Möglichkeit, den Auslöser aus der Ferne zu betätigen (die kostenlose SnapBridge-App von Nikon ist euch dabei eine große Hilfe).
Eine weitere Alternative, wenn ihr Nahaufnahmen vom Mond machen möchtet, ist die Nikon Coolpix P1100, eine Kamera mit festem Zoomobjektiv und einer Brennweite von bis zu 3000 mm – die sich mit dem Digitalzoom sogar auf 6000 mm erweitern lässt! Die Coolpix P1100 verfügt sogar über ein eigenes „Mond“-Motivprogramm, mit der sich die Belichtungseinstellungen automatisch optimieren lassen.
Die Nikon Coolpix P1100 kann mit ihrem 3000-mm-Objektiv bemerkenswerte Details der Mondoberfläche festhalten. Nikon Coolpix P1100 @3000 mm, f/2.8, 1/60 s, ISO 100.
Auf manuellen Modus umschalten
Der erste Fehler beim Fotografieren des Mondes ist die Annahme, dass man, nur weil es Nacht ist, Belichtungseinstellungen für schwache Lichtverhältnisse wählen muss. Da der Vollmond das Sonnenlicht reflektiert, ist er am dunklen Himmel tatsächlich ein sehr helles Objekt, weshalb die richtige Belichtung entscheidend ist. Ein guter Ausgangspunkt ist die „Looney-11-Regel“. Stellt im manuellen Modus die Blende auf f/11 ein und wählt dann einen ISO-Wert, der dem Kehrwert der Verschlusszeit entspricht – zum Beispiel ISO 100 bei 1/100 Sekunde. Damit habt ihr eine gute Ausgangsbasis, mit der ihr mit den Feineinstellungen beginnen könnt, um eine perfekte Belichtung zu erzielen. Apropos Verschlusszeit: Der Mond bewegt sich überraschend schnell, sodass bei Verschlusszeiten, die länger als 1/100 Sekunde sind, Unschärfen auftreten können. Der Weißabgleich kann auf Tageslicht eingestellt werden, da der Mond das Sonnenlicht reflektiert. Achtet unbedingt darauf, die Bilder im RAW-Format aufzunehmen. Denn nur so habt ihr bei der Bearbeitung den größtmöglichen Dynamikumfang, um den hellen Mond mit der dunkleren Umgebung auszugleichen, falls sich weitere Objekte im Bildausschnitt befinden. Ihr könnt auch Belichtungsreihen aufnehmen, um den Mond in einer Aufnahme und den Vordergrund in einer anderen korrekt zu belichten. Anschließend könnt ihr beide Aufnahmen zu einer Komposition zusammenfügen. Mehr über Belichtungsreihen erfahrt ihr hier.
Der richtige Bildausschnitt
Da der Mond im Sucher oder auf dem Monitor oft nur klein zu sehen ist – selbst bei Verwendung eines Teleobjektivs –, werden Bilder wie diese häufig beschnitten. Mit einem hochauflösenden Sensor und einem niedrigen ISO-Wert, um Rauschen zu vermeiden, könnt ihr euch auf einen kleineren Bereich des Bildes konzentrieren. Dadurch wirkt der Mond in eurer Komposition größer. Wenn ihr das Bild auf dem Monitor oder im elektronischen Sucher ausgerichtet habt, überlegt vor der Aufnahme, wie ihr es anschließend zuschneiden könntet, um die maximale Wirkung zu erzielen.
Mondphasen
Vorausplanung und das richtige Timing sind wichtig, wenn man den Mond fotografiert. Dabei sind vor allem zwei Dinge zu beachten: in welcher Mondphase sich der Mond gerade befindet und zu welcher Tageszeit ihr die Aufnahmen macht. Im Laufe eines vierwöchigen Mondzyklus durchläuft der Mond verschiedene Phasen: Vollmond, abnehmender Dreiviertelmond, abnehmende Sichel, Neumond, zunehmende Sichel, zunehmender Dreiviertelmond und wieder Vollmond. Die verschiedenen Mondphasen sind zu unterschiedlichen Zeiten sichtbar. So ist beispielsweise der Vollmond die ganze Nacht über zu sehen, während der zunehmende Dreiviertelmond vom Nachmittag bis etwa Mitternacht und der abnehmende Dreiviertelmond von Mitternacht bis zum Morgen zu sehen ist. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Mond zu verfolgen, darunter Websites und Smartphone-Apps. Viele davon bieten auch Wetter- und Bewölkungsvorhersagen, sodass ihr eure Aufnahmen im Voraus planen könnt.
Wenn man sich in Position bringt und den richtigen Moment abwartet, lassen sich fantastische Bildkompositionen erzielen, wie diese Aufnahme des Nikon-Creators Mikko Lagerstedt zeigt. Nikon Z 8 + NIKKOR Z 100-400mm f/4.5-5.6, 290mm, f/6.3, 1/200 s., ISO 4000 © Mikko Lagerstedt

Die Lichtmenge, die der Mond in seinen verschiedenen Phasen reflektiert, wirkt sich ebenfalls auf eure Bildkomposition und eure Einstellungen aus. Eine junge Mondsichel ist ziemlich lichtschwach, daher müsst ihr eventuell eure Belichtungseinstellungen anpassen, um beispielsweise mehr Licht einzufangen. Außerdem sieht ein Vollmond zwar als große, leuchtende Scheibe toll aus, vielleicht auch als Teil einer Landschaftskomposition, kann aber für sich allein genommen ein wenig „flach“ wirken. Für Einzelaufnahmen des Mondes kann es vorteilhafter sein, die Aufnahmen einige Tage vor oder nach dem Vollmond zu machen, da das Licht dann eher von der Seite einfällt und somit mehr Schatten auf der Oberfläche erzeugt – wodurch Formationen wie Krater besser zur Geltung kommen.
Tageszeit
Je nach dem von euch gewünschten Bildausschnitt kann die gewählte Tageszeit einen deutlichen Einfluss auf das Ergebnis haben. Wenn ihr den Mond am Horizont aufgehen seht, wirkt der Mond am Horizont deutlich größer – ein optischer Wahrnehmungseffekt. Der Nachteil ist, dass im Bild mehr atmosphärische Störungen zu sehen sind, wodurch Teile des Mondes unscharf werden. Im Gegensatz dazu erscheint ein Mond, der spät in der Nacht hoch am Himmel steht, zwar kleiner, ist aber mit Sicherheit schärfer. Während der zunehmenden Dreiviertelmondphase – kurz vor dem Vollmond – kann er bereits am Nachmittag am blauen Himmel zu sehen sein, was einen ganz anderen Effekt erzeugt.
Kreative Freiheit
Da ein Bild, das den gesamten Bildausschnitt mit dem Mond ausfüllt, ein nahezu graues Motiv vor schwarzem Hintergrund ergibt, solltet ihr versuchen, die Picture-Control-Konfiguration eurer Kamera auf Mono zu stellen und den Rotfilter anzupassen, um den Kontrast zu verstärken. Oder probiert bei einem Mond- oder Landschaftsbild doch einmal ein „Nikon Imaging Cloud“-Bildrezept aus, um euren Bildern einen ganz neuen Look zu verleihen. Das Einzige, worauf wir uns alle verlassen können, ist, dass der Mond da sein wird (sofern es die Wolken zulassen). Es gibt also keine Ausrede, nicht hinauszugehen und zu verschiedenen Zeiten und mit unterschiedlichen Techniken zu experimentieren, um besondere Momente am Himmel einzufangen.
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