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Die Kunst der Sonnenfinsternisfotografie

Angel Fux6 Minuten Lesezeit13 Aug. 2026Nacht- und Astrofotografie
We only have rights to excusively use these images around the communication of the Total Eclipse 12 August 2026. IF you need to use this images, please contact Marcom BV team.

Die Astrofotografin Angel Fux erklärt, warum es Monate der Planung, Geduld und Präzision erfordert, um einen ebenso kurzen wie spektakulären Moment einzufangen

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel behandelt Aufnahmen von Sonnenfinsternissen, die von ausgebildeten Fachleuten gemacht wurden. Nikon rät dringend davon ab, die Sonne ohne entsprechende Schulung und geeignete, zertifizierte Schutzausrüstung zu fotografieren oder zu beobachten. Die Nichtbeachtung der Sicherheitsvorkehrungen kann zu dauerhaften Augenschäden und irreparablen Schäden an der Kameraausrüstung führen. Bitte beachtet, dass die hier genannten Geräte und Einstellungen lediglich als Beispiele dienen und unter euren individuellen Umständen keine Sicherheit garantieren.

Nikon übernimmt keine Haftung für Verletzungen, Augen- oder Geräteschäden, die durch unsachgemäße Beobachtung oder Fotografie der Sonne entstehen.

Für die Verwendung, die Leistung oder den Missbrauch von Zubehör, Filtern oder Ausrüstung, die von Dritten und nicht von Nikon stammen, übernimmt Nikon keine Haftung.

Mehr als zwei Jahre Planung, Übung, Stress, Geduld, Entscheidungen und künstlerische Intention – für einen Moment, der weniger als zwei Minuten dauert … Für die meisten Menschen ist eine totale Sonnenfinsternis fast schon vorbei, kaum dass sie begonnen hat, doch für die Astrofotografin Angel Fux ist das Einfangen dieses flüchtigen Spektakels der krönende Abschluss eines viel längeren kreativen Prozesses.

Hier sprechen wir mit Angel darüber, wie sie eines der anspruchsvollsten astronomischen Themen ihrer Karriere angegangen ist. Und warum die Dokumentation dieses außergewöhnlichen Ereignisses schon lange vor dem Moment der totalen Sonnenfinsternis begann …

Nikon: Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Aufnahme der Sonnenfinsternis! Was haben deiner Meinung nach die besten Bilder von Sonnenfinsternissen gemeinsam?

Angel: Sonnenfinsternisse sind außergewöhnliche astronomische Ereignisse, die es wert sind, festgehalten zu werden – doch sie erfordern einen enormen Planungs- und Vorbereitungsaufwand, sehr viel Übung und die Festlegung sehr klarer Ziele im Vorfeld. Es geht nicht darum, mit der Kamera loszuziehen und – wenn man Glück mit dem Wetter hat – ein nettes Foto von der Sonnenfinsternis zu schießen. Es geht um einen extrem komplizierten Prozess.

Angel Fux's images for Nikon magazine
Photographer & FilmmakerNacht- und Astrofotografie

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Die Wahl der richtigen Kamera und des richtigen Objektivs war eine der ersten Entscheidungen, die Angel treffen musste. Für die Nahaufnahme der Sonnenfinsternis entschied sie sich für die Nikon Z 8 und das NIKKOR Z 400mm f/4.5 VR S, wobei sie dennoch genügend Platz um die Sonne herum hatte, um die Protuberanzen einzufangen. ©Angel Fux

Was sollte eurer Meinung nach ein Bild einer Sonnenfinsternis dem Betrachter vermitteln?

Normalerweise versuche ich, das Gefühl zu vermitteln, wie großartig die Welt um uns herum und über uns ist und wie glücklich wir uns schätzen können, sie zu erleben. Ich möchte, dass die Leute verstehen, wie viel Aufwand und Planung in dieser Art von Arbeit steckt, noch bevor man überhaupt mit den Aufnahmen beginnen kann.

Auch wenn meine Arbeit nicht genau das wiedergibt, was man mit den Augen sieht – wenn sie trotzdem jemanden dazu bewegt, eine Sonnenfinsternis erleben zu wollen oder unter den Nachthimmel zu treten, dann halte ich das für eine wirklich schöne Leistung. Wenn Menschen solche Dinge erleben, legen sie mehr Wert auf die Schönheit solcher Naturphänomene. Und wenn sie mehr Wert darauf legen, möchten sie sie bewahren, schützen oder weitergeben.

Du erwähnst, wie wichtig die Planung ist – wie sah dieser Prozess bei diesem Projekt aus?

Die Gesamtplanung begann vor etwa zwei Jahren. Zunächst kannte ich das Datum der Sonnenfinsternis und suchte mir dann den passenden Ort dafür aus. Meine Bedingung war, dass der Ort in der Totalitätszone liegen musste, die über Spanien und Island verlief. Da ich dem Wetter in Island nicht traute, beschloss ich, nach Spanien zu fliegen.

©Angel Fux

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Welche kreativen Entscheidungen hast du zu Beginn getroffen und wie haben diese die praktischen Aspekte beeinflusst?

Ich habe mich entschieden, die Landschaft und die Sonnenfinsternis getrennt zu fotografieren. So konnte ich mich in dem Moment, als sie stattfand, voll und ganz auf die Nahaufnahme der Sonnenfinsternis konzentrieren. Die Landschaft spielt in diesem Werk eine zentrale Rolle. Es fiel mir tatsächlich schwer, einen Ort zu finden, der das widerspiegelte, was ich normalerweise an Orten wie den Alpen oder den Anden fotografiere – große Gipfel und Berge. Aber als ich Google Earth nutzte, hatte ich plötzliche das Gefühl: „Das ist es. Das ist der Ort, den ich in meinem Bild haben möchte.“

Für die Nahaufnahme der Sonnenfinsternis selbst spielte der Ort keine so große Rolle, da die Landschaft darauf nicht zu sehen ist. Ich brauchte lediglich eine klare Horizontlinie – also musste ich mich entweder an einem hohen Ort befinden, von wo aus ich den Horizont gut sehen konnte, oder in einer zur Sonnenfinsternis hin flachen Landschaft. Nachdem ich also die Landschaft fotografiert hatte, begab ich mich zusammen mit anderen Fotografierenden in eine eher abgelegene Gegend in der Umgebung von Valladolid, um dort die Sonnenfinsternis aufzunehmen – was zudem die Chancen auf klares Wetter deutlich erhöhte. Was das Wetter angeht, kann man im Voraus nicht viel tun, aber es ist von Vorteil, bei der Auswahl der Region die historischen Wetterdaten zu prüfen.

Welche kreativen Ziele hast du dir gesetzt?

Da es meine erste Sonnenfinsternis war, musste ich realistisch einschätzen, was ich sicher schaffen konnte. Ich habe meine Entscheidungen anhand verschiedener Faktoren getroffen, darunter der Komplexitätsgrad, die Art der Herausforderung und das von mir angestrebte Endergebnis. Daraus ergaben sich zwei Hauptziele und zwei unterschiedliche Setups. Das eine war eine Nahaufnahme der Sonnenfinsternis rund um die Totalitätsphase – kurz vor C2, als die Totalität begann, und nach C3, als sie endete.

Das andere lag eher in meinem üblichen Bereich und entsprach stärker meinem kreativen Stil. Das Ziel bestand darin, das Vergehen der Zeit am Himmel und in der Landschaft proportional zueinander darzustellen – was normalerweise nicht gemacht wird. Man sieht oft Bilder von Sonnenfinsternissen, auf denen der Übergang von der partiellen zur totalen Phase und zurück zum Normalzustand zu sehen ist, während die Landschaft unverändert bleibt.

Welche Gefühle hast du vor der Sonnenfinsternis vor allem empfunden?

Sicherlich Stress, aber auch Aufregung. Es war stressig, weil es so viele Dinge gab, die ich planen, organisieren und vorbereiten musste, bevor die Sonnenfinsternis tatsächlich stattfand.

Doch je näher die Sonnenfinsternis rückte, desto mehr gewannen Aufregung und Vorfreude die Oberhand, denn ich wusste, dass ich alles getan hatte, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Je besser man vorbereitet ist und je mehr man geübt hat, desto mehr lässt die Angst nach. Die Nutzung eines Trackers hätte mich beispielsweise vor drei oder vier Jahren noch völlig aus der Fassung gebracht. Da ich ihn aber mittlerweile nachts ständig benutze, war es für mich tagsüber nicht mehr so stressig.

©Angel Fux

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Aber wie kann man für eine Sonnenfinsternis üben, wenn solche Ereignisse so selten sind?

Ich habe das Fotografieren der Sonne trainiert und dabei insbesondere darauf geachtet, die richtigen Zeitpunkte und Einstellungen zu wählen, um die perfekte Kombination aus ISO-Wert, Blende und Belichtungszeit zu finden – obwohl keine Sonnenfinsternis stattfand. Die Sonne bleibt eben die Sonne: Ihre Helligkeit ändert sich nicht wesentlich, wenn die Bedingungen gleich bleiben und der Himmel klar ist. Also habe ich zunächst getestet, ob die gesamte Ausrüstung bei der Hitze einwandfrei funktioniert und ob die Sonnenfilter richtig arbeiten. Dann habe ich geübt, Sequenzen aufzunehmen, ohne den Filter zu entfernen. Das half mir, die Zeitpunkte zu berechnen und den Ablauf so oft wie möglich zu üben. Das Einzige, was sich im Vergleich zu meiner Trainingszeit in der Schweiz und dem eigentlichen Einsatz in Spanien vielleicht ein wenig unterschied, waren die atmosphärischen Bedingungen. Normalerweise kommt es zu etwas stärkeren atmosphärische Verzerrungen im unteren Teil des Himmels, wenn man sich tiefer am Horizont befindet. Aber ich hatte meine Einstellungen bereits optimiert, und diese Einstellungen erwiesen sich weiterhin als die besten.

Die Sonne einzufangen, kann äußerst gefährlich sein. Wie hat sich diese Gefahr auf deine Arbeitsweise ausgewirkt?

Man kann die Kamera nicht einfach auf die Sonne richten und ein paar Minuten warten, denn dadurch würde man den Sensor zerstören. Ich verwende Spezialausrüstung und Filter, und selbst wenn man ebenfalls zertifizierte Ausrüstung besitzt, muss man wissen, was man tut – und selbst dann bleibt ein Restrisiko. Man weiß erst, ob es funktioniert, wenn man tatsächlich auf die Sonne zielt und sieht, dass es klappt.

Wie hast du dafür gesorgt, dass dein eigener Stil und deine künstlerische Handschrift in diesem technisch orientierten Prozess zum Ausdruck kamen?

Bei den meisten meiner Bilder ist es der Himmel, der sie technisch anspruchsvoll macht. Die künstlerische Komponente kommt meist eher in Landschaftsaufnahmen zum Ausdruck und in der Art und Weise, wie ich beides in der Nachbearbeitung miteinander verbinde. Dort findet der kreative Teil tatsächlich statt, denn ich habe alle Zeit der Welt, mich um die Details zu kümmern, die ich hervorheben möchte – im Gegensatz zur Aufnahme der Sonnenfinsternis selbst, die äußerst, äußerst technisch ist.

Für die Landschaftsaufnahmen verwendete sie die Z 8 mit dem Weitwinkelobjektiv NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S. ©Angel Fux

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Was hattest du dir erhofft, in den fertigen Bildern zu sehen, um deine kreativen Ziele zu erreichen?

Ich würde sagen: Farben, vor allem im künstlerischen Teil. Bei der Nahaufnahme ging es vor allem um das, was direkt aus der Kamera kam; bei der Gesamtkomposition waren es dagegen vor allem die Farben, nach denen ich suchte.

Da diese Sonnenfinsternis bei Sonnenuntergang stattfand und die Sonne bereits nahe am Horizont stand, bestand die Möglichkeit, dass während oder kurz nach der Totalität noch mehr Farbe zu sehen sein würde. Normalerweise sieht man bei Sonnenuntergang warme Gelb-, Orange- und Rottöne, wobei die Farbe aus einer Richtung kommt und dann zu einem Farbverlauf übergeht – fast wie bei einem 360°-Sonnenuntergang, bei dem man rundum von Farben umgeben ist.

Aber es gab auch noch eine weitere Möglichkeit. Die Sonnenfinsternis fiel mit dem Höhepunkt des Perseiden-Meteorschauers zusammen. So bestand während der Totalität, als der Himmel dunkel genug wurde, um die hellsten Sterne und Planeten sichtbar zu machen, die Chance, dass ein Meteor diese 103 Sekunden der Dunkelheit durchqueren könnte.

So oder so: Ich wusste, dass ich das definitiv als ein Bild fürs Leben betrachten würde, wenn ich nur dieses gewisse „Wow“-Element hinbekomme.

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