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Einstieg in die Makrofotografie mit Frühlingsblumen

Ross Hoddinott5 Minuten Lesezeit29 Mai 2026Makro und Nahaufnahme
Nikon magazine - macro photography with spring flowers

Ross Hoddinott verrät seine Tipps, wie man das Beste aus Nikons neuestem Makro-Festbrennweitenobjektiv für DX-Kameras herausholt

Makrofotografie ist mit dem neuen NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 Objektiv zugänglicher denn je. Wir haben mit Nikon-Ambassador und Makrospezialist Ross Hoddinott über seine Erfahrungen mit diesem DX-Objektiv gesprochen und ihn um seine Tipps für ein spannendes Projekt gebeten: wilde Frühlingsblumen.

Nikon Magazin: Hallo Ross, du arbeitest normalerweise mit der Vollformatkamera Nikon Z 8. Wie war für dich die Arbeit mit dieser DX-Kamera und diesem Objektiv?

Ross Hoddinott: Überhaupt kein Problem! Manche Leute nehmen die ganze Diskussion um Vollformat und Crop-Sensor sehr ernst, aber ich komme aus der Zeit der Nikon-DSLRs mit Crop-Sensor wie der D200 und der D300, und ich war von allen begeistert. Ein weiterer Punkt ist die Anordnung der Bedienelemente der Z50II im Vergleich zur Z 8. Natürlich sind aufgrund des kleineren Gehäuses einige Tasten aus Platzgründen ins Menü gewandert, aber ich bin Nikon so gewohnt, dass ich mich sofort zurechtgefunden habe.

NM: Und wie hat sich das Objektiv bewährt?

RH: Sehr gut. Normalerweise würde ich bei meinen Makroaufnahmen keine Brennweite von 35 mm verwenden, da das nicht meinem Stil entspricht. Ich dachte, dass ich mit den effektiv rund 50 mm (umgerechnet auf Kleinbild) Schwierigkeiten haben würde, aber das war überhaupt nicht der Fall. Es ist mir ohne Probleme gelungen, genau die Bildern zu machen, die ich auch sonst gerne einfange. Normalerweise nutze ich das NIKKOR Z MC 105mm f/2.8 VR S oder ein älteres 200-mm-Objektiv. Damit arbeite ich dann weiter vom Motiv entfernt. Das hat Vorteile bei Motiven, die schnell wegfliegen können. Aber bei Blüten, neuen Trieben und Blättern im Frühling hat dieses Objektiv wirklich gute Arbeit geleistet.

NM: Hast du die meiste Zeit mit Offenblende f/1.7 fotografiert?

RH: Meistens schon, aber das liegt an meinem persönlichen Stil, bei dem ich den Hintergrund gerne unscharf erscheinen lasse. Es gibt jedoch auch andere Aufnahmen, wie zum Beispiel das von hinten beleuchtete Ahornblatt, bei denen ich abgeblendet habe, um eine insgesamt höhere Schärfe im Bild zu erzielen.

NM: Würdest du für Makrofotografie ein Stativ empfehlen?

RH: Tatsächlich entsteht der Großteil dieser Arbeit aus der Hand. Man muss sich bewusst machen, dass die Erfolgsquote beim Fotografieren aus der Hand geringer ist. Denn die Tiefenschärfe ist so gering, dass schon die kleinste Bewegung das Ergebnis beeinträchtigen kann. Das kann die eigene Bewegung sein oder auch das Motiv, zum Beispiel, wenn es windig ist. Ganz gleich, ob mit Stativ oder aus der Hand: Nicht jedes Bild wird scharf – es ist also ein Stück weit ein Glücksspiel. Aber mit einer so leichten, kompakten Ausrüstung ist das Fotografieren aus der Hand wirklich einfach. Der Hauptunterschied beim Stativ liegt für mich darin, dass ich den Bildausschnitt feiner ausarbeiten und den Fokus präziser setzen kann. Wenn ich ein Stativ verwende, nutze ich die Lupenfunktion und die manuelle Fokussierung, um den genauen Fokuspunkt des Bildes einzustellen, während ich bei Aufnahmen aus der Hand auf den Autofokus setze.

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Nikon magazine - macro photography with spring flowers
Nikon magazine - macro photography with spring flowers
Ob auf einem kleinen Stativ oder aus der Hand – die Nikon Z50II und das NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7 sind ein leichtes und benutzerfreundliches System für Makroaufnahmen von Blumen. Nikon Z 8 + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 66 mm, f/4, 1/640 s, ISO 400 © Ross Hoddinott

NM: Verwendest du hauptsächlich den Monitor oder den elektronischen Sucher?

RH: Wenn ich die Kamera ganz tief unten auf dem Mini-Stativ habe, klappe ich einfach den Bildschirm nach oben und arbeite komplett von oben. Wenn ich dagegen auf dem Boden liege und mich mit den Ellbogen abstütze, um die Kamera zu stabilisieren, verwende ich den elektronischen Sucher. Es hängt ganz vom Motiv, der Situation und den äußeren Bedingungen ab.

Nikon magazine - macro photography with spring flowers
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Umschalten auf manuelle Fokussierung für Feineinstellungen. Nikon Z 8 + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 78 mm, f/4, 1/500 s, ISO 400 © Ross Hoddinott

NM: Was ist der Schlüssel zu guter Beleuchtung bei Blumen-Makros?

RH: Wenn ich tagsüber fotografiere, arbeite ich am liebsten bei bewölktem Himmel und schönem, gleichmäßigem Licht. Dann kann ich künstliches Licht einsetzen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Ich verwende kleine wiederaufladbare LED-Leuchten, die ich so platzieren kann, dass ich die gewünschte Beleuchtung erhalte. Kleine LEDs sind ideal – sie sind günstig, man kann sie überall platzieren, die Beleuchtung präzise ausrichten und dabei auch kreativ werden. Wenn man gerade erst anfängt, reicht schon die Taschenlampe des Handys aus. Ich würde jedoch empfehlen, ein oder zwei kleine Leuchten mit einstellbarer Farbtemperatur zu verwenden. Stellt den Weißabgleich an der Kamera auf „Auto-Tageslicht“ ein, da das in der Regel sehr gute Ergebnisse liefert.

Nikon magazine - macro photography with spring flowers
Nikon magazine - macro photography with spring flowers
Winzige LED-Leuchten eignen sich hervorragend für Makroaufnahmen. Nikon Z 8 + NIKKOR Z 24-120mm f/4 S, 120 mm, f/4, 1/60 s, ISO 400 © Ross Hoddinott

NM: Wo fängt man am besten an?

RH: Im Garten, falls man einen hat. Auch Waldgebiete eignen sich hervorragend und bieten viele Möglichkeiten. Man muss auch nicht nach seltenen Pflanzen suchen – Gänseblümchen eignen sich hervorragend für Makroaufnahmen. Die Vielfalt an Wildblumen ist riesig, und sie variieren je nach Region. Mit der Zeit lernt man den Lebenszyklus seiner Umgebung kennen und findet heraus, wann welche Pflanzen blühen und wo sich gute Motive finden lassen.

Löwenzahnblätter sind voller Farbe und Struktur. Nikon Z50II + NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7, f/7, 1/400 s, ISO 500 © Ross Hoddinott

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NM: Wie sieht es mit Wildtieren im Makrobereich aus?

RH: Die meisten meiner Aufnahmen von fliegenden Insekten, wie Schmetterlingen oder Libellen, entstehen sehr früh am Morgen oder am späten Abend, wenn sich die Tiere ausruhen. Zu diesen Tageszeiten sind die Insekten von Natur aus träge, sodass man ganz nah herankommen kann. Außerdem gibt es im Garten viele kleine Lebewesen, die nicht wegfliegen – wie Schnecken, Raupen und Marienkäfer.

NM: Gibt es eine ethische Dimension in der Makrofotografie?

RH: Ja, absolut. Das ist unglaublich wichtig. Man sollte nur Motive auswählen, die man problemlos erreichen kann, ohne Schaden anzurichten. Achte auf die Umwelt, zertrample oder pflücke keine Wildblumen und behandle Tiere mit Respekt. Bei einigen Fotograf:innen, die ich kenne, geht es nur darum, „um jeden Preis“ das Bild zu machen. Für mich ist das eine sehr problematische Haltung. Ich sehe auf YouTube Leute, die Dinge mit nach Hause genommen und fotografiert habe. Oder Insekten in den Kühlschrank legen, um sie träge zu machen. Das halte ich für absolut unethisch. Über solche Dinge müssen wir reden. Aufnahmen sollten im natürlichen Umfeld entstehen. Es ist in Ordnung, hier und da ein paar abgestorbene Zweige zu entfernen, wenn sie die Bildkomposition stören. Aber lebende Pflanzen dürfen nicht entfernt werden, nur weil sie im Weg sind. Und Insekten müssen genauso respektvoll behandelt werden wie jedes andere Tier in der Wildlife-Fotografie.

Dieses Ahornblatt zeigt unglaubliche Details. Nikon Z50II + NIKKOR Z DX MC 35mm f/1.7, f/11, 1/400 s, ISO 1000 © Ross Hoddinott

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