Landschaften filmen mit der ZR

Sergio DíazLandschaft und Umwelt17 Feb. 20265 Minuten Lesezeit
Nikon magazine

Erlebt den kreativen Prozess von Filmemacher Sergio Díaz – und wie er mit der Nikon ZR eine Landschaft in eine lebendige, sich entwickelnde Geschichte verwandelt

Die Inspiration packte den Fotografen und Filmemacher Sergio Díaz in dem Moment, als er im Wald von Riópar, einem kleinen Bergdorf in der spanischen Sierra de Alcaraz, die frische Decke aus gefallenen Blättern betrat. „Wenn der Herbst kommt, wird die Gegend atemberaubend“, beschreibt er den Schauplatz seines Films, das zum Naturpark Riópar und zum Staudamm Arroyo Frío gehört. „Man hat hier so viele starke Motive! Und dazu den Klang der Vögel, des Flusses, des Wasserfalls und des Regens. All das lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Magie.“

Sergio geht mit der ZR in Position

Film übertrifft Foto

Bei einem so vielschichtigen Bildteppich aus Bewegung, Geräuschen und wechselndem Licht ist es kein Wunder, dass Sergio sich entschied, seinen Aufenthalt zu filmen statt zu fotografieren. So schuf er eine Geschichte, die verdeutlicht, wie die bewusste Anwesenheit in der Natur das Filmen bereichern kann. „In der Fotografie sucht man nach dem perfekten Bild. Beim Filmemachen aber besteht die Herausforderung darin, den Wandel einzufangen“, erklärt er. „Hier wird die Landschaft zu einem lebendigen Charakter: Die Wolken bewegen sich, das Gras wiegt sich, das Licht verändert die Szene. Video ermöglicht es, diese Atmosphäre und das Vergehen der Zeit zu vermitteln – wobei die Geräuschkulisse ein wesentlicher Bestandteil der Erzählung ist. Mein Lieblingsmoment war die allerletzte Szene, in der sich das Rauschen des Regens mit der Waldatmosphäre vermischt. Das machte den ganzen Ort noch magischer.“

Den Klang des Flusses filmen

Wo die Nikon ZR den Unterschied macht

Um die Landschaft zum Leben zu erwecken, entschied sich Sergio für die Nikon ZR – eine Entscheidung, die ihn, wie er sagt, dazu veranlasste, seinen üblichen reaktiven Stil durch eine weitaus bewusstere Arbeitsweise zu ersetzen. „Im Vergleich zu meiner normalen Kamera, der Nikon Zf, fühlt sich der Arbeitsablauf mit der ZR viel bewusster und technischer an“, erklärt er. „Es ist keine Kamera, die man einfach so mitnehmen kann. Man arbeitet mit einem echten Kinowerkzeug, das mehr Planung, sorgfältige Belichtung und die richtige LUT- oder Monitoring-Einstellungen erfordert. All das bringt mich dazu, mehr über die Geschichte hinter jedem Clip nachzudenken. Es macht mir Licht, Farbe und Bewegung bewusster.

Zuerst fiel mir an der ZR die solide Bauweise und das kompakte Design auf“, fährt er fort. „Obwohl es sich um eine kinoorientierte Kamera handelt, ist sie erstaunlich leicht und einfach zu handhaben. Der Dynamikbereich ist sehr groß, sodass ich sowohl in den Schatten als auch in den Lichtern Details mit einem natürlichen Look bekomme, den ich mit Hybridkameras nur selten erreiche. Die Farbwiedergabe hat eine unverwechselbare kinoreife Handschrift. Es fühlt sich so organisch an.“

Für den größten Teil des Films setzte Sergio die ZR mit dem NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S für weite, offene Szenen und dem NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S für Momente mit mittlerer Brennweite ein. Das NIKKOR Z 28mm f/2.8 verwendete er für innigere Augenblicke. „Reist leicht und habt eure Ausrüstung im Griff“, so lautet sein Motto. Er setzt seinen Rat mit einem schlanken Rucksack um, in dem vier Akkus, CFexpress-Typ-B- und microSD-Karten, ein Fotopro-Stativ und einfache Werkzeuge zum Reinigen der Objektive in der feuchteren Waldumgebung stecken.

Vom Storyboard zur Leinwand

Als Sergio am Drehort ankam, hatte er die Geschichte schon im Voraus ausgearbeitet und alternative Pläne für das unvorhersehbare Wetter aufgestellt. Aber er kämpfte nicht mit den Bedingungen – er nutzte sie, um den Ton jedes Clips zu gestalten. „Nehmt das Wetter als Teil eurer visuellen Erzählung an“, rät er. „Als ich mit den Dreharbeiten begann, war die Szene hell. Später aber wurde sie dunkler und stimmungsvoller. Anstatt zu versuchen, alles einheitlich zu gestalten, habe ich die Verschiebung genutzt, um verschiedene Atmosphären am selben Ort zu zeigen. Wenn Nebel, leichter Regen oder schwere Wolken auftauchen, suche ich nach den besonderen Details und Texturen, die sich nur bei dieser Art von Licht offenbaren. Wenn das Wetter unberechenbar wird, passe ich die Belichtung an, um die Lichter zu schützen und die Schatten natürlich fallen zu lassen. Dadurch entsteht in der Regel ein dramatischerer und authentischerer Look. Letztendlich verleihen diese Wetterveränderungen dem Video Tiefe und machen die Landschaft zu einer lebendigen Darstellerin, die sich im Laufe des Tages weiterentwickelt.“

Neben der Einbeziehung der Elemente als Träger der Erzählung konzentrierte sich Sergio auf bestimmte Details in jedem Clip, um seine Botschaft der Achtsamkeit zu unterstreichen. „Haltet eure Szenen einfach: Jede Bewegung sollte einen Sinn haben, jede Szene ihr eigenes spezielles Element. Zum Beispiel Vogelgezwitscher, während die Sonne ins Bild kommt und ihre Strahlen wirft“, empfiehlt er und erklärt, wie dies auch seine Herangehensweise an die Wahl des Bildausschnitts bestimmt. „Ich suche nach natürlichen Übergängen in der Umgebung, zum Beispiel wie ein Berg im Nebel auftaucht oder wie sich die Spiegelung auf dem Wasser während der Goldenen Stunde verändert. Ich arbeite mit visuellen Ebenen, die das Auge der Betrachtenden leiten, und mit einem Gefühl für Rhythmus: langsame Clips, sanfte Schwenks und minimale Kamerabewegungen, die das Filmmaterial atmen lassen. Ich habe zum Beispiel einen fließenden Fluss gefilmt, um die Kraft des Wassers zu zeigen und wie es ein Gefühl des Friedens vermitteln kann. Der Farn im Vordergrund repräsentiert, wie die Pflanzenwelt in der Nähe von Flüssen für Heilung stehen.“

Landschaften mit der ZR und Sergio Díaz filmen

Die ZR-Einstellungen, die den Film geprägt haben

Sergio verließ sich auf die RAW-Fähigkeiten der Nikon ZR, um die wechselnden Bedingungen in Riópar zu erfassen. Sein Setup hielt er bewusst flexibel. „Filmt in RAW für mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung“, empfiehlt er. Dieses Prinzip spiegelt sich auch in seiner Entscheidung wider, fast alles in 4K R3D NE (RAW) zu filmen und nur für die Endsequenz ab 1:02 auf 6K umzuschalten. „Die Zeitlupenszenen am Ende wurden mit 120 Bildern pro Sekunde aufgenommen, wobei der Fokus auf den fallenden Regentropfen lag“, erklärt er. Die höhere Bildrate hatte er mit der zusätzlichen Auflösung kombiniert, um die Klarheit in diesen letzten Momenten zu erhöhen. Der Rest des Films wurde mit 23,976 Bildern pro Sekunde aufgenommen, um flüssige, kinoreife Bewegungen zu erzeugen. Auch 50 Bilder pro Sekunde kamen sparsam zum Einsatz – „für etwas Spannung und dynamischere Bewegungen“.

Um den Look bei wechselnden Witterungsbedingungen konsistent zu halten, setzte Sergio auf einen festen manuellen Weißabgleich bei 5600K. „Ich habe den Weißabgleich zu keinem Zeitpunkt des Videos geändert“, verrät er. Er passte nur die Belichtung nach Bedarf an, mit einem ISO-Wert zwischen 800 und 6400. Zusätzlich wählte er einen variablen ND-Filter und einen PolarPro-ND64-Filter, um das Licht zu kontrollieren, ohne die Blende zu schließen. Da alles in R3D NE RAW aufgenommen wurde, hatte er die nötige Flexibilität, um Farbe und Atmosphäre in der Nachbearbeitung zu gestalten.

Der Klang des Waldes, eingefangen von der ZR

Der Ruf der Wildnis

In einem Film, der auf der Botschaft der Achtsamkeit aufbaut, ist laut Sergio der Ton genauso wichtig wie die Bilder. Er fasst dieses Konzept mit den folgenden Worten perfekt zusammen: „Der Ton trägt die Hälfte der Emotionen – also nehmt immer mehr auf, als ihr glaubt, zu brauchen.“ Der gesamte Ton in diesem Projekt kam direkt von der Nikon ZR. Mit ihr fing der Filmemacher natürliche Elemente wie Wind, Wasser und Wildtiere ein, ohne sich Gedanken über die Verstärkung zu machen. „Die 32-Bit-Float-Audiofunktion ist ein enormer Vorteil; Übersteuern oder Verzerrung wird damit fast unmöglich“, freut er sich und fügt hinzu, dass er deshalb in der Nachbearbeitung keine Anpassungen vornehmen musste. „Der Ton, den die ZR aufnimmt, erfordert keine Änderungen. Es handelt sich um sauberes, reines Audiomaterial, sodass ich es direkt in den Schnitt einfügen konnte. Das ist genau der Sound, den man im fertigen Video hört.“

Mit Blick auf seinen Film kommt Sergio zu dem Schluss: „Letztlich ist die ZR eine professionelle, anspruchsvolle Kamera, die mit außergewöhnlicher Bild- und Tonqualität belohnt. Wenn ihr Wert auf kinoreife Qualität und volle Kontrolle über eure Geschichte legt, ist sie das perfekte Werkzeug. Denn sie bringt euch dazu, wie echte Filmschaffende zu denken und nicht wie jemand, der bloß die Kamera führt.“

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