Wisst ihr, wie man im Schnee fotografiert? Hier könnt ihr euer Wissen überprüfen

Nikon Team Photo Finish23 Feb. 20247 Minuten Lesezeit
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Die Nikon-Ambassadors Daisy Gilardini, Stefan Forster und Bart Heirweg und Creator Norris Niman verraten euch in der neuesten Folge von „Photo Finish“ ihre besten Tipps für das Fotografieren im Schnee

Das nächste Thema in unserer Photo-Finish-Serie sind Schneelandschaften. Wenn Frost, Schnee und Eis im Anmarsch sind, ist es die perfekte Zeit, um den Mantel – und die Thermokleidung – anzuziehen und mit der Kamera kreativ zu werden. Ganz gleich, ob ihr Anfänger oder Profis seid.

Erstens: Vorbereitung auf den Schnee

Sich wie ein Arktisforscher vorzubereiten, ist nicht unbedingt übertrieben. Zur Grundausstattung gehören eine wärmende Grundschicht, eine mittlere Schicht, eine wasserdichte Außenjacke und Hose, eine Mütze, feste Stiefel und zwei oder drei Paar Handschuhe. Außerdem können Handwärmer eure Hände und euren Akku im Rucksack warmhalten.

Tipps vom Profi:Nehmt immer einen zusätzlichen Kamera-Akku mit und bewahrt die Ersatzakkus am Körper auf, da Batterien durch Kälte beeinträchtigt werden und am besten bei Zimmertemperatur funktionieren.

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Das steckt in der Kameratasche
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© Bart Heirweg

Nikon-Ambassador und Landschaftsfotograf Bart Heirweg rät stets, auch daran zu denken, wie kalt es einem werden kann, wenn man für längere Zeit im Tiefschnee steht. Schneeschuhe und warme Socken sind ein Muss. „Denkt immer daran, dass Schnee eine Landschaft komplett verändern kann. Ihr müsst also nicht immer weit reisen, wenn es geschneit hat. In eurer Nähe gibt es garantiert Motive, die im Schnee funktionieren, aber nicht unter anderen Bedingungen.“

Nikon-Ambassadorin und Tierfotografin Daisy Gilardini ist ebenfalls der Meinung, dass Wärme nicht nur wichtig ist, um sich wohl zu fühlen, sondern auch, um sich auf das Fotografieren konzentrieren zu können. Ihr bester Tipp? Schützt nicht nur euch selbst, sondern auch eure Ausrüstung. „Wenn es schneit, solltet ihr eine Gegenlichtblende verwenden und euer Objektiv regelmäßig auf Schnee überprüfen, besonders wenn der Wind weht“, rät Daisy. „Zurück im Haus solltet ihr unbedingt auf die Bildung von Kondenswasser achten. Lasst eure Kamera sich am besten einige Stunden im Rucksack akklimatisieren, dann erwärmt sie sich langsam, ohne dass sich Kondenswasser bildet.“

Ihr seid unsicher mit der Kamera im Schnee? Der Outdoor- und Abenteuerfotograf Norris Niman empfiehlt, sich zunächst zu Hause mit der Kamera vertraut zu machen. „Setzt euch zu Hause hin und spielt mit den Einstellungen und Tasten. Dann wisst ihr, wo alles ist, und könnt es auch im Dunkeln mit Handschuhen finden.“

Wann ist die beste Zeit, um Schnee zu fotografieren?

Die Blaue und Goldene Stunde ist jeweils die beste Zeit, um Schneelandschaften zu fotografieren. Diese Momente vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang haben ein warmes Licht, das sich von dem strahlendweißen Schnee abhebt und oft zu atemberaubenden Fotos führt.

Verwendet einen kühlen Weißabgleich, um den frostigen Schnee und die blauen Farbtöne des Himmels hervorzuheben – ein Weißabgleich von etwa 8000 K ist ein guter Ausgangspunkt für Schnee. Spielt ein wenig mit dem Weißabgleich: Ist er zu blau, dreht ihr ihn höher, ist er zu rosa, dreht ihr ihn herunter.

Denkt an die Belichtung. „Die helle Schneeoberfläche kann den Belichtungsmesser der Kamera täuschen, was oft zu unterbelichteten Bildern führt“, erklärt Daisy. „Überprüft immer euer Histogramm. An bewölkten Tagen solltet ihr eine Überbelichtung in Betracht ziehen. Achtet an hellen, sonnigen Tagen darauf, dass ihr die Spitzlichter des Schnees nicht überbelichtet.

Nehmt das richtige Equipment mit

Zoom oder Festbrennweite? Bart bevorzugt die Flexibilität von Zoomobjektiven gegenüber Festbrennweiten. „Mit einer Weitwinkel-Festbrennweite ist es oft schwierig, ablenkende Details im Bild zu vermeiden. Ein Zoomobjektiv hingegen ermöglicht es, den Bildausschnitt leichter anzupassen, auch wenn man nicht näher herankommt. Man hat einfach mehr Möglichkeiten“, beschreibt er.

Wenn ihr nur ein Objektiv verwendet

Sowohl Norris als auch Bart sind sich einig: Wenn ihr nur ein Objektiv mitnehmen wollt, dann das NIKKOR Z 24-70mm f/2.8 S. „Dieses Objektiv ist perfekt, weil man von 24 mm bis 70 mm Brennweite zur Verfügung hat“, schwärmt Norris. „Aber wenn ihr noch mehr Weitwinkel wollt, könnt ihr immer noch ein Neun-Foto-Panorama machen. Das sind drei Reihen von je drei Fotos, die zusammengefügt werden“, fügt er hinzu. „Nehmen wir an, ihr fotografiert einen Skifahrer auf einem riesigen Berg und seid etwas zu nah dran. Ihr könnt mit einer Brennweite von 24 mm beginnen und dann die Kamera leicht nach links und rechts bewegen, um ein Panorama aufzunehmen, das dem Bild mehr Dramatik verleiht.“

Ein zusätzliches Objektiv

Investiert in ein Teleobjektiv wie das NIKKOR Z 70-200mm f/2.8 VR S. „Ich verwende das 70–200 mm gerne, um einen unscharfen Vordergrund zu erzeugen, während ich stark gezoomt habe. Das gibt mir ein komprimiertes Motiv vor weißem Hintergrund plus einen dramatischen Himmel“, erzählt Norris.

Vervollständigt die erstklassige f/2.8-Dreierkombo mit dem Ultraweitwinkel NIKKOR Z 14-24mm f/2.8 S (wenn ihr mehr über unsere NIKKOR-Dreierkombo lesen möchtet, klickt hier).

Noch mehr Objektive

Landschaftsfotograf:innen verwenden oft ein Teleobjektiv, um Entferntes formatfüllend abzubilden. Das NIKKOR Z 24-200mm f/4-6.3 VR bietet vom Weitwinkel- bis zum Telebereich alles mit nur einem Objektiv.

Das NIKKOR Z 14-30mm f/4 S ist ein großartiges Landschaftsobjektiv für FX- und DX-Fotograf:innen. In DX mit einer Brennweite von 21-45 mm (umgerechnet auf Vollformat). In Kombination mit dem NIKKOR Z 24-120mm f/4 S könnt ihr alles vom Ultraweitwinkel 14 mm bis zum Supertele 120 mm abdecken.

Das NIKKOR Z 100-400mm f/4.5-5.6 VR S und das NIKKOR Z 180-600mm f/5.6-6.3 sind fantastische Zoomobjektive für die Tierfotografie. Das zweite ist so vielseitig, dass ihr sowohl einen kleinen Vogel auf einem Baum mit 600 mm als auch ein Insekt zu euren Füßen mit 180 mm fotografieren könnt.

Das Beste für das DX-Format

Wenn ihr das DX-Format nutzt (Nikon Z fc, Z 30, Z 50), solltet ihr das NIKKOR Z DX 16-50mm f/3.5-6.3 VR und das NIKKOR Z DX 50-250mm f/4.5-6.3 VR in eure Tasche packen. So habt ihr einen enormen Zoombereich von 12 bis 250 mm, was umgerechnet auf Vollformat 18 bis 375 mm entspricht. Alternativ könnt ihr auch das NIKKOR Z DX 18-140mm f/3.5-6.3 VR verwenden, wenn ihr nur ein Objektiv mitnehmen wollt.

Schneelandschaften für Anfänger

Nutzt die Zeitautomatik

Beim Fotografieren von Schnee gibt es viel zu beachten. Daher solltet ihr zunächst mit der Zeitautomatik beginnen. So könnt ihr die gewünschte Blende auswählen, und die Kamera wählt die passende Verschlusszeit. „Wenn ihr Landschaften fotografiert, ist die Verschlusszeit nicht so wichtig, solange sich nichts bewegt“, erklärt Norris. Wenn ihr im Automatikmodus fotografiert, solltet ihr die Belichtung um +1 bis +3 Blendenstufen korrigieren, da eure Bilder sonst zu dunkel erscheinen. „Die Zeitautomatik ist kein Schummeln«, erinnert Noris. »Die Profis verwenden sie auch. Dafür ist sie ja da.“

Hoch hinaus und tief herunter

Ihr müsst als Anfänger nicht alles technisch perfekt machen. Aber ein Auge für den Bildausschnitt zu entwickeln, wird eure Fotos aufwerten. Bart empfiehlt, den Blickwinkel zu variieren. Oft ist es schwierig, einen höheren Standpunkt zu finden, um von dort aus zu fotografieren. Aber selbst ein oder zwei Meter können einen großen Unterschied machen. Außerdem könnt ihr damit Details erkennen, die auf Augenhöhe nicht sichtbar sind.“

„Als Nächstes geht ihr in die Hocke. Konzentriert euch mit einem Weitwinkelobjektiv darauf, die Details im Vordergrund hervorzuheben, und geht auf etwa einen Meter Höhe. Denkt daran, dass ‚niedrig’ nicht immer gleichbedeutend mit ‚am Boden’ ist«, fügt Bart hinzu.

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© Norris Niman
Schneelandschaften für Enthusiast:innen

Investiert in ein Stativ

Bart verwendet für Landschaftsaufnahmen in der Regel ein Stativ. „So kann man sich Zeit nehmen, die Komposition verfeinern und an den Details arbeiten“, erklärt er. Möchtet ihr euch an einer Langzeitbelichtung versuchen? Stellt euer Stativ im Dunkeln vor einem fließenden Wasserfall auf oder haltet den Schnee und die Sterne fest. Die besten Ergebnisse erzielt ihr, wenn ihr mit niedriger ISO-Zahl und offener Blende fotografiert. Macht die Blende so weit auf, dass ihr die Verschlusszeit auf eine bis fünf Sekunden verkürzen könnt.

Mehr dazu: Ihr wisst schon alles zu Langzeitbelichtung? Hier könnt ihr euer Wissen überprüfen

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Fotos: Bart Heirweg
Fotografiert in RAW und macht eine dramatische Bearbeitung

„Fotografieren in RAW ist der Schlüssel“, verrät Norris. „Da Schnee einige Probleme machen kann, ist es von Bedeutung, so viele Daten wie möglich in der Datei zu haben. Denn selbst die fortschrittlichsten spiegellosen Kameras können Schnee unter schwierigen Bedingungen etwas zu gelb oder zu lila aussehen lassen. Fotografiert also in RAW und nicht in JPEG, damit ihr euch auf die Komposition konzentrieren könnt.“

Die Bearbeitung eines RAW-Bildes von Schneelandschaften ist eine Kunst, die es zu perfektionieren gilt. Bei so vielen Optionen und Farben kann es schwierig sein, sich zu entscheiden. Norris empfiehlt eine dramatische-dunkle Bearbeitung. Isoliert die blauen Farben und dunkelt den Himmel ab, um einen gedämpften, märchenhaften Effekt zu erzielen.

Mehr dazu: Warum im RAW-Format fotografieren?

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© Norris Niman
Schneelandschaften für Fortgeschrittene und Profis

Fangt Schneeflocken ein

Schneeflocken zu fotografieren ist leichter gesagt als getan, denn die Wetterbedingungen sind die halbe Herausforderung. Bei starkem Schneefall ist es schwierig, eine einzelne Schneeflocke zu isolieren; daher ist leichter Schnee mit wenig Wind ideal. Wählt als Nächstes euren Hintergrund. Wählt einen dunkleren Hintergrund, zum Beispiel mit Zweigen oder Blättern. Oder nehmt eine Schneeflocke auf euren Handschuhen oder einem Schal auf. Norris liebt es, fallende Schneeflocken im Vordergrund zu fotografieren. Er empfiehlt, mit einer Blende von f/16 zu beginnen, damit die Flocken scharf bleiben.

Geringe Tiefenschärfe für Tiere

Fotograf und Filmemacher Stefan Forster liebt es, Tiere zu fotografieren. Sein Hauptaugenmerk liegt aber auf Landschaftsaufnahmen. „Im Februar kommen die Eulen in meine Heimatstadt in der Schweiz zurück und verstecken sich in den dichten Büschen und Bäumen. Wenn kein Schnee liegt, verschmelzen die Eulen sozusagen mit dem Gebüsch und es ist fast unmöglich, sie zu finden“, erklärt der Ambassador. „Wenn es schneit, werden Hintergrund und Vordergrund homogen, und die Eule rückt in den Fokus. Für diese Aufnahme (unten) habe ich versucht, einen Winkel zu finden, bei dem die Eule keinen Ast vor sich hat. Es gab jedoch keine solche Stelle und ich wollte sie auch nicht verjagen. Also nahm ich mein NIKKOR Z 600mm f/4 TC VR S und stellte den internen Telekonverter auf 1,4x (840 mm Brennweite). Dazu Blende f/5,6. So konnte ich eine schöne geringe Tiefenschärfe erreichen, damit man die Äste nicht so sehr sieht.“

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© Stefan Forster
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